Ich freue mich sehr, dass ihr bei Instagram so positiv auf meine Stories zum Thema “Wildkräuter ernten“reagiert und so ein großes Interesse bekundet habt. Deshalb stelle ich euch hier ein paar meiner Lieblings-Unkräuter vor und erkläre euch, wie ihr Wildkräuter ernten und vor allem richtig erkennen könnt.

Wildkräuter ernten – Warum uns das Unkraut vom Wegesrand nutzt

Wer von euch hat dieses Jahr schon ein leckeres Bärlauchpesto zubereitet? Vielleicht habt ihr im Supermarkt ein ordentliches Bund Waldknoblauch gekauft, oder gleich selbst gesammelt.Rezepte mit Bärlauch, meine gesunde grüne Küche im April, Pesto

Ich freue mich immer sehr, wenn ich ab April die ersten Wildkräuter ernten kann. Meist denkt man bei Wildkräutern ja an Unkraut und kommt gar nicht auf die Idee, dass die unbekannten Kräuter am Wegesrand vor nicht mal hundert Jahren einen Großteil der Selbstversorgung ausmachten. Ich habe als Kind das große Glück gehabt, mit vielen Kräutern und Pflanzen durch die Großmutter in Berührung gekommen zu sein.
Sicher, in der Zeit des Heranwachsens und den Jahren des Reisens, ist viel davon in Vergessenheit geraten. Aber seit ich Kinder habe und wir in Hamburg leben, ist meine Sehnsucht nach den Wildkräutern wieder erwacht.
Einigen von euch geht es sicher ähnlich, deshalb möchte ich euch eine kleine Starthilfe fürs Wildkräuter ernten an die Hand geben und die Angst vor dem Unbekannten nehmen, denn viele der Pflänzchen am Wegesrand sind richtige Vitamin- und Vitalstoffspender!  Wenn ihr Fragen zur Verarbeitung oder den richtigen Fundorten habt, schreibt mir gerne.

Mein Tipp: Wenn ihr euch nicht traut, die beschriebenen Wildkräuter selbst zu ernten, könnt ihr diese auch im Fachhandel oder in der Apotheke kaufen.

Viele Unkräuter wachsen tatsächlich in meinem Garten. Daher ernten und verzehren wir sie direkt. Solltet ihr keinen eigenen Garten haben, dürfen die Wildkräuter in der Natur- jedoch mit Bedacht- geerntet werden.
Denkt immer daran, nur soviel zu nehmen, wir ihr wirklich benötigt. Wildkräuter haben meist einen um ein vielfach höheren Mineral- und Vitalstoffgehalt als gezüchtete Pflanzen. Oft reichen ein paar Blättchen im Salat, der Suppe oder kleingehackt auf dem Butterbrot für eine gute Mahlzeit.
Die Wildkräuter Ernte ist wirklich leicht zu erlernen und bietet eine gesunde, kostengünstige Bereicherung für den täglichen Speiseplan. Wichtig ist es auch, die Kräuter vor dem Verzehr gut zu reinigen. Das gilt allerdings für alle Garten-Pflanzen!

Neben ihrer gesundheitsfördernden Wirkung, schmecken viele Kräuter auch noch richtig lecker und sind frisch gepflückt ein super Vitamin- und Mineralstofflieferant. Egal ob Giersch, Brennnessel oder Gänseblümchen, ich stelle euch heute mal unsere  sieben Lieblings-Garten-Wildkräuter vor, die ich gerne und regelmäßig in der Küche verwende.

Wie bestimme ich die Wildkräuter richtig – Buchtipps

Ich habe über die Jahre eine umfangreiche Sammlung an Büchern zum Thema Selbstversorgung und Wildkräuter* angelegt. Meine liebsten Autoren zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum sind derzeit Wolf Dieter Storl*, Coco Burckhardtund Constanze von Eschbach*. (Die mit*gekennzeichneten Links sind Amazon Partnerlinks, d.h. ich erhalte eine kleine Provision, wenn ihr darauf klickt und Produkte bestellt, euch entstehen keine Mehrkosten, ihr könnt ganz normal bestellen.Weitere Informationen dazu findet ihr auf der Seite zum Datenschutz)

Ein gutes Buch hilft anfangs bei der Bestimmung und auch bei der Wahl des richtigen Wildkrautes.

Meine 7 Lieblings-Wild-Kräuter die ich von April bis Mai ernte

Ackerschachtelhalm: ein wertvoller Kieselsäure-Lieferant, für Haut, Haare und Nägel. Am besten köchelt man etwas Kraut für eine gute halbe Stunde in einem halben Liter Wasser ab und trinkt täglich eine Tasse davon. Ich empfehle hier eine Kur von drei Wochen. Die Ergebnisse werden euch sehr erfreuen, denn sowohl Haare, als auch Nägel beginnen danach schön und von innen heraus zu glänzen.

Wildkräuter ernten, eine einfache Anleitung zum Selbersammeln - Ackerschachtelhalm | craftroomstories.com
Ackerschachtelhalm

Brennnessel: Mein allerliebstes Lieblingsunkraut ist mit Abstand die Brennnessel! Im Frühjahr pflücke ich die zarten Triebe als Salat oder für den grünen Smoothie und im Spätsommer ernte ich die Samen und mache daraus ein Topping für Suppen und Salat. Die Bennnessel ist ein richtiges Glow-Food und versorgt den Körper mit lauter wichtigen Vitalstoffen. Ausserdem hemmt sie das Wachtum von Bakterien und wirkt blutreinigend. Die Blätter verlieren ihr Brennen übrigens durch ein sanftes Reinigungsbad.Wildkräuter ernten, eine einfache Anleitung zum Selbersammeln - Brennnessel | craftroomstories.com

Giersch: ist eine super Smootie-Beigabe und schmeckt im Salat, als Pesto oder gedünstet wie Spinat. Giersch wächst in fast jedem Garten und man erkennt ihn gut am dreieckigen Stiel. Geschmacklich erinnern die jungen Triebe an würzigen, leicht nussigen Salat. Giersch kann man täglich verzehren.

Wildkräuter ernten, eine einfache Anleitung zum Selbersammeln - Giersch | craftroomstories.com
Giersch

Gänseblümchenblüten: ein optischer Genuss im Salat und auf dem Butterbrot. Gänseblümchen helfen uns gesund zu bleiben und wirken lindernd bei Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen. Ich pflücke gerne ein paar Blüten für einen heilenden Tee und koche jedes Frühjahr ein Gelee damit.Wildkräuter ernten, eine einfache Anleitung zum Selbersammeln - Gänseblümchen | craftroomstories.com

Postelein: Wer diese Pflanze im Garten hat, darf sich über einen sehr schmackhaften und saftigen Salat freuen. Wir essen diesen Wintersalat gerne roh, er schmeckt aber auch leicht gedünstet sehr gut.

Wildkräuter ernten, eine einfache Anleitung zum Selbersammeln - Postelein | craftroomstories.com
Postelein

Gundermann: Bestimmt habt ihr diesen Bodendecker schon mal in eurem Garten gesehen. Die Blätter des Gundermann schmecken leicht würzig und wir verwenden ihn eher sparsam, ähnlich wie Petersilie. Die Blüten sehen sehr hübsch im Wildkräutersalat oder auf einer Nachspeise aus. Gundermann wirkt schleimlösend und adstringierend und wir nutzen seine Heilkraft das ganze Jahr über.

Wildkräuter ernten, eine einfache Anleitung zum Selbersammeln - Gundermann | craftroomstories.com
Gundermann

Knoblauchsrauke: Jetzt ist die beste Zeit, dieses würzige Kraut zu ernten. Wie der Name bereits verrät, schmeckt und riecht die Rauke nach Knoblauch und wird auch von Menschen vertragen, die Knoblauch nicht essen können. Wir verwenden dieses Kraut in so ziemlich allen herzhaften Frühjahrsgerichten, wie Aufstrichen, Suppen, Salaten und Würzpasten. Die kleinen weißen Blüten sehen auch hübsch im Salat aus.

Wildkräuter ernten, eine einfache Anleitung zum Selbersammeln - Knoblauchsrauke | craftroomstories.com
Knoblauchsrauke

Den Bärlauch habe ich euch ja in diesem Beitrag schon vorgestellt.

Was benötigt man für die Wildkräuter Ernte?

Zur Wildkräuterernte in der freien Natur benötigt ihr ein gutes Messer, ein Körbchen oder Butterbrottüten (die ihr dann gleich beschriften könnt), ein Baumwolltuch zum Einschlagen und Handschuhe (um stachelige oder brennende Kräuter, wie Brennessel oder Rosen, zu pflücken).
Ausserdem macht es Sinn, Gummistiefel anzuziehen, wenn ihr länger oder im hohen Gras unterwegs seid. Am Besten erntet man Wildkräuter auf naturbelassenen Flächen oder in umzäunten Parks. Vielleicht gibt es ein Plätzchen, dass ihr bei der nächsten Radtour mal erkundet?
Ich empfehle die Mitnahme eines Wildkräuterbuches zum Nachschlagen, solltet ihr euch noch nicht so gut auskennen. Damit können nicht essbare Doppelgänger besser ausgeschlossen werden.

Wildkräuter ernten, eine einfache Anleitung zum Selbersammeln - Schafgarbe | craftroomstories.com
Schafgarbe

Mein Tipp für Sammel-Anfänger: beginnt mit der Ernte von 3-4 Kräutern und lernt diese gut kennen, dann könnt ihr sicher sammeln und verarbeiten. Oder schaut, ob in eurer Nähe eine Wildkräuterführung angeboten wird. Denn durch fachkundige Anleitung lernt es sich am leichtesten. In vielen Städten gibt es auch Wildkräutersammlungen, die von erfahrenen Wildkräuterpädagogen durchgeführt werden. In Hamburg bietet beispielsweite Felicitas Bethmann solche Wanderungen an.

Wenn ihr ein Stück Land zum Anbau zur Verfügung habt, könnt ihr hier auch Bio Wildkräutersamen bestellen.

Was erntet man vom Wildkraut?

Wie für alle Pflanzen gilt, nur soviel wie nötig zu ernten. Meist pflücke ich nur ein paar Blüten oder Blätter und ernte nicht unbedingt immer die ganze Pflanze. Am Besten eignen sich die frühen Morgenstunden zum Ernten. Sollte das Wildkraut nicht sofort verarbeitet werden, kann es, nach dem Säubern, gut einige Stunden im Kühlschrank – in ein feuchtes Baumwolltuch eingeschlagen – gelagert werden. Die meisten Wildkräuter schmecken am Besten, wenn sie zu Beginn ihrer Wachstumsperiode geerntet werden. Die oben beschrieben Wildkräuter ernte ich deshalb auch schon auf Vorrat und trockne sie als Beigabe für Smoothies oder Tees. Dazu gehören Ackerschachtelhalm, Giersch, Minze, Brennessel und Spitzwegerich.
Diese Kräuter werden verlesen, gereinigt, zu Bündeln gebunden – im Schatten getrocknet (die Blätter sollen grün bleiben!) und dann im Hochleistungs-Mixer pulverisiert. So verarbeitet, können sie einzeln, platzsparend in dunkle Glasgefäße gefüllt werden. Wichtig ist eine 14-tägige Kontrolle der gesammelten Schätze!

Wildkräuter ernten, eine einfache Anleitung zum Selbersammeln - Rotklee | craftroomstories.com
Rotklee

Wie reinige ich Wildkräuter?

Ich habe ja bereits weiter oben im Text darauf hingewiesen, dass alle Pflanzen immer gründlich gereinigt werden müssen. Noch wichtiger ist es jedoch, nach dem Wildkräuter ernten die eigenen Hände immer ordentlich und mit Seife zu waschen. Da ich hauptsächlich im eigenen Garten ernte, kenne ich die Ecken und Kräuter sehr gut. Wer ganz sicher sein möchte, kann alle Kräuter vor dem Verzehr kurz im kochendem Salzwasser blanchieren.

Ich hoffe sehr, dass euch der Beitrag zum Thema “Wildkräuter ernten” Freude bereitet hat und ihr vielleicht beim nächsten Spaziergang das ein oder andere Kraut erkennt und mal probiert. In den nächsten Wochen, stelle ich euch noch ein paar Wildkräuter und meine liebsten Rezepte damit ausführlicher vor.

Ich würde mich ja riesig freuen, wenn ihr mir verratet, welche Wildkräuter ihr gerne esst? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Liebe Grüße,

Jule

 

 

 

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16 Kommentare

  1. Hallo,
    der Beitrag hat mich begeistert. Junger Giersch und Löwenzahn sind seit letzem Jahr meine Lieblinge im morgendlichen Smoothie. Geben mir die nötigen Bitterstoffe, die heute leider in unserer Ernährung ein wenig zu kurz kommen.
    Einen schönen Abend und eine hoffentlich unwetterfreie Nacht
    wünscht

    SILKE

  2. Hallo,

    ein wirklich toller Bericht über Wildkräuter. Seit dem Pesto Wildkräuter Workshop stehe ich total auf Wildkräuter. Egal ob Sauerampfer, Brennnessel oder Giersch. Alle wunderbar.

    Gruß Martin

  3. Hallo, gerade habe ich letzte Woche eine tolle Kräuterwanderung im Eichtalpark mitgemacht. Mit großer Begeisterung lernten wir Wildkräuter wie Knoblauchsrauke, Sternmiere, Hopfenspargel und Brennessel kennen. Wir pflückten diese Woche Brennnessel, Chips darausgemacht und die auch im Salat gegessen, köstlich.

  4. Wildkräuter finde ich immer toll, nicht alles wächst überall – das ist so spannend. Bei uns gibt es ganz viel Gundermann und ich bin immer wieder auf der Suche nach neuen Ideen, was man damit machen kann.
    Klasse Fotos

  5. danke für den bericht, er kommt mir gerade recht! ich habe mir erst vor kurzem vorgenommen, mich mit dem Thema Wildkräuter näher zu beschäftigen… liebe Grüße

  6. Was für ein schöner Beitrag!
    Eine liebe Freundin 😉 hat mich vor einiger Zeit auf GIERSCH gebracht.
    Seit dem sieht man mich das Kraut im Garten kultivieren… zum Erstaunen der Nachbarschaft :-)))

  7. Liebe Jule,
    ich mag es auf Wiesen nach Pflanzen zu suchen, die man für etwas nützliches verwenden kann. Ich finde das ist ein Geschenk der Natur. Am liebsten verwende ich Löwenzahn. Der ist so vielseitig einsetzbar: dier Blätter im Salat, die Blüten als Gelee und selbst die Wurzeln kann man verwenden.
    Danke für die Buchtipps!
    Liebe Grüße
    Sandra

  8. cookthebooth Reply

    Wundervolle Bilder hast du in dem Beitrag

    Unsere Neuentdeckung des Frühlings war Knoblauchsrauke. Wir haben neulich erst leckeres Hummus gemacht

  9. Liebe Jule,

    ich habe vor Jahren schon einige Kräuterwanderungen – geleitet von Fachfrauen -zusammen mit einer gemacht. Einiges ist mir im Gedächtnis hängen geblieben – allen voran natürlich der Giersch der sich in meinen Staudenbeeten sehr wohlfühlt.
    Liebe Grüße
    Verena

  10. Hallo liebe Jule,
    vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Es gibt so wirklich so viele tolle Rezepte und Ideen – klasse.
    Mein liebstes Wildkraut ist der Sauerampfer. Vor allem den Blutsauerampfer finde ich in Kräuterbutter mit etwas Salz und Knoblauch lecker.

    Herzliche Grüße,
    Hanna

  11. Du bist wirklich eine Kräuterhexe! Was du so verarbeitet … Wahnsinn!
    Ich hätte nicht mal gewusst, was das alles ist! ;O)))
    Da ich noch ganz unerfahren bin, kann ich nur sagen, was mir spontan gefallen würde … die Blüten vom Rotklee! Sie sehen schon appetitlich aus und erinnern mich an Schnittlauchblüten!

    Liebe Grüße aus Berlin, Ines!

  12. Beate B. aus E. Reply

    Sehr schöner und informativer Post mit tollen Fotos!
    Giersch und Gundermann wachsen massenhaft im Garten und werden für Salate und Kräuterbutter verwendet. Ich muss aber zugeben, dass mein Wissen rund um die Wildkräuter doch eher dürftig ist.

    Viele Grüße
    Beate B. aus E.

  13. Anna Maassen Reply

    Dein Bericht hat meine Erinnerungen an meine Kindheit geweckt. Meine Oma hat immer Kräuter gesammelt und wusste auch immer welches Kraut gegen ein Wehwehchen hilft.

    Liebe Grüße aus dem Münsterland

  14. Ich wußte gar nicht, dass man auch Heckenrosen essen kann! Aber umso besser, versuche gerade eine auf dem Balkon zu ziehen
    Schöne Fotos, gefällt mir!
    LG Yvonne

  15. Liebe Jule,
    ein wirklich toller und ausführlicher Beitrag! Mich hat das Thema Wildkräuter richtig begeistert und ich werde versuchen mich mal mehr damit auseinanderzusetzen.
    Bevor ich selber Wildkräuter pflücken gehen würde, würd ich aber wahrscheinlich erst mal eine Wildkräuterführung mitmachen.
    Ganz liebe Grüße und ein schönes Pfingstwochenende
    Tina

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